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TV-Programm 14. März 2010
 

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bis

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2010-03-14T01:35:30+01:00 2010-03-14T03:40:10+01:00

Laufzeit: 2h 05' · VPS: 01:15

Der letzte Tango in Paris

(L'ultimo tango a Parigi)
Ben (Marlon Brando), ein älterer, in Paris lebender US-Amerikaner, gerät nach dem Selbstmord seiner Ehefrau völlig aus dem seelischen Gleichgewicht. Auf der Suche nach einem Ort, der ihn nicht ständig an diesen Verlust erinnert, trifft er in einer leer stehenden Wohnung auf die junge Französin Jeanne (Maria Schneider). Zwischen den beiden funkt es. In den nackten Räumen spielen Namen, Herkunft und Erinnerung keine Rolle. Was zählt, ist das unverstellte Jetzt. Statt Verklärung und erotischer Verführung gibt es Schweigen und Vergessen, Sich-auf-dem-Boden-Wälzen und -Krümmen wie ein Wurm, Stöhnen und Grunzen. Paul will keine Liebe, und Jeanne lässt sich auf eine rein körperliche Beziehung ein, mittels welcher der Trauernde seiner Verzweiflung Herr zu werden versucht. Auch bei weiteren Treffen bleiben die Namen geheim, und werden keine Fragen gestellt. Als Paul entgegen seiner ursprünglichen Beteuerungen trotzdem versucht, eine tiefere Bindung zu Jeanne aufzubauen, steuert die Beziehung auf eine Katastrophe zu.

Als «Der letzte Tango in Paris» 1972 in die Kinos kam, löste das Beziehungsdrama in der Öffentlichkeit heftige Reaktionen aus. Vor allem kirchliche und staatliche Zensurstellen reagierten mit Abscheu, sprachen von billiger Pornografie und brachten den Regisseur in Italien gar vor ein Gericht, welches Bertolucci schliesslich zu einer bedingten Strafe verurteilte. Auf der anderen Seite sprachen Filmkritiker von einem epochalen Werk, dessen verstörende Wirkung nicht allein von den berüchtigten Sexszenen ausgehe, sondern insbesondere auch von der nihilistischen Haltung, mit der Bertolucci den Mythos Erotik auf beinahe schon grausame Art und Weise dekonstruiere. Gleichwohl sah die US-Kritikerin Pauline Kael in Bertoluccis Kammerspiel den «eindringlichsten Erotikfilm aller Zeiten» und verglich seine Bedeutung für die Filmgeschichte mit der Stellung von Strawinskys «Le Sacre du Printemps» für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die kongeniale Musik stammt von dem argentinischen Jazz-Saxofonisten Gato Barbieri. Bernardo Bertolucci und Marlon Brando wurden jeweils mit einer Oscarnominierung bedacht.

Das Schweizer Fernsehen zeigt das Drama «Der letzte Tango» im Rahmen einer kleinen Filmreihe zum 70. Geburtstag von Bernardo Bertolucci.
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Dissonanz

Marlon Brando als Paul, Maria Schneider als Jeanne

zweisprachigFür Hörgeschädigte

Spielfilm · FR/IT 1972

Das frühere Hollywood-Jugendidol Marlon Brando trifft im skandalumwobenen Klassiker als abgehalfterter Gefühlskrüppel in einer mondänen Pariser Wohnung auf die jugendliche Maria Schneider. Mit immer groteskerer Sexgymnastik versuchen die beiden, Gefühlskälte und Isolation zu durchbrechen, dabei schlittern sie aber nur immer noch tiefer in ein allumfassendes Gefühl der Leere. Bernardo Bertolucci, der am 16. März 2010 seinen 70. Geburtstag feiert, inszenierte 1972 mit «Der letzte Tango in Paris» einen Abgesang auf die sexuelle Revolution. Marlon Brando läutete, nach seinem Comeback in Coppolas «Der Pate», mit seiner Rolle in Bertoluccis Kammerspiel die letzte Phase einer erstaunlichen Filmlaufbahn ein. Für seine Partnerin Maria Schneider bedeutete «Der letzte Tango» den frühen Höhepunkt ihrer Schauspielkarriere. Seitdem hat sich die Pariserin, mit Ausnahme von Antonionis «Professione: reporter», kaum mehr bemerkenswert in Szene setzen können.

Ben (Marlon Brando), ein älterer, in Paris lebender US-Amerikaner, gerät nach dem Selbstmord seiner Ehefrau völlig aus dem seelischen Gleichgewicht. Auf der Suche nach einem Ort, der ihn nicht ständig an diesen Verlust erinnert, trifft er in einer leer stehenden Wohnung auf die junge Französin Jeanne (Maria Schneider). Zwischen den beiden funkt es. In den nackten Räumen spielen Namen, Herkunft und Erinnerung keine Rolle. Was zählt, ist das unverstellte Jetzt. Statt Verklärung und erotischer Verführung gibt es Schweigen und Vergessen, Sich-auf-dem-Boden-Wälzen und -Krümmen wie ein Wurm, Stöhnen und Grunzen. Paul will keine Liebe, und Jeanne lässt sich auf eine rein körperliche Beziehung ein, mittels welcher der Trauernde seiner Verzweiflung Herr zu werden versucht. Auch bei weiteren Treffen bleiben die Namen geheim, und werden keine Fragen gestellt. Als Paul entgegen seiner ursprünglichen Beteuerungen trotzdem versucht, eine tiefere Bindung zu Jeanne aufzubauen, steuert die Beziehung auf eine Katastrophe zu.

Als «Der letzte Tango in Paris» 1972 in die Kinos kam, löste das Beziehungsdrama in der Öffentlichkeit heftige Reaktionen aus. Vor allem kirchliche und staatliche Zensurstellen reagierten mit Abscheu, sprachen von billiger Pornografie und brachten den Regisseur in Italien gar vor ein Gericht, welches Bertolucci schliesslich zu einer bedingten Strafe verurteilte. Auf der anderen Seite sprachen Filmkritiker von einem epochalen Werk, dessen verstörende Wirkung nicht allein von den berüchtigten Sexszenen ausgehe, sondern insbesondere auch von der nihilistischen Haltung, mit der Bertolucci den Mythos Erotik auf beinahe schon grausame Art und Weise dekonstruiere. Gleichwohl sah die US-Kritikerin Pauline Kael in Bertoluccis Kammerspiel den «eindringlichsten Erotikfilm aller Zeiten» und verglich seine Bedeutung für die Filmgeschichte mit der Stellung von Strawinskys «Le Sacre du Printemps» für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die kongeniale Musik stammt von dem argentinischen Jazz-Saxofonisten Gato Barbieri. Bernardo Bertolucci und Marlon Brando wurden jeweils mit einer Oscarnominierung bedacht.

Das Schweizer Fernsehen zeigt das Drama «Der letzte Tango» im Rahmen einer kleinen Filmreihe zum 70. Geburtstag von Bernardo Bertolucci.

Ab 16 Jahren

zweisprachig de / os