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Laufzeit: 48' · VPS: 20:05
DOKDas Kinderzuchthaus - Misshandelt nach göttlichem Recht
Geführt wurde das Heim im Auftrag des Kantons Luzern von einem Priester, ihm zur Hand gingen Klosterschwestern als Erzieherinnen. Dieses katholische Personal erzog die ihnen anvertrauten Kinder nach der Devise: Arbeit, Gebete und viele Schläge. Geschaffen wurde eine Kultur der Angst und der Lüge. Und wem sich am Ende seiner Kindheit endlich die Klostertore öffneten, dem wurde eingebläut, bloss zu schweigen.
Filmautor Beat Bieri hat sechs einstige Zöglinge getroffen, die nicht mehr schweigen wollen. Noch heute liegt die einstige Kindheit in Rathausen wie ein böser Schatten über dem Leben der älteren Männer. Sie erinnern sich an priesterliche Besucher, die Kinder missbrauchten, an Dunkelzellen, an Nonnen, die willfährig mitprügelten, an Kinder, die ihrem traurigen Leben eine Ende setzten. Die schreckliche Zeit dauerte bis Mitte der 1950er-Jahre, damals begann sich die Erziehungsanstalt zu öffnen. Bis heute hat im Kanton Luzern nie eine politische Debatte über «Rathausen» stattgefunden.

Info / Dokumentation · 2010
Jahrzehntelang wurden in der Luzerner Erziehungsanstalt Rathausen Kinder systematisch misshandelt und missbraucht - und berufen hat sich dabei ein priesterlicher Direktor «auf göttliches Recht».
Die Erziehungsanstalt Rathausen, ausserhalb der Stadt Luzern gelegen, war eines der grössten Kinderheime der Schweiz. Rund 3500 Kinder - uneheliche, verarmte und verwaiste - haben in der Anstalt von 1883 bis 1989 einen Teil oder gar ihre ganze Kindheit verbracht.
Geführt wurde das Heim im Auftrag des Kantons Luzern von einem Priester, ihm zur Hand gingen Klosterschwestern als Erzieherinnen. Dieses katholische Personal erzog die ihnen anvertrauten Kinder nach der Devise: Arbeit, Gebete und viele Schläge. Geschaffen wurde eine Kultur der Angst und der Lüge. Und wem sich am Ende seiner Kindheit endlich die Klostertore öffneten, dem wurde eingebläut, bloss zu schweigen.
Filmautor Beat Bieri hat sechs einstige Zöglinge getroffen, die nicht mehr schweigen wollen. Noch heute liegt die einstige Kindheit in Rathausen wie ein böser Schatten über dem Leben der älteren Männer. Sie erinnern sich an priesterliche Besucher, die Kinder missbrauchten, an Dunkelzellen, an Nonnen, die willfährig mitprügelten, an Kinder, die ihrem traurigen Leben eine Ende setzten. Die schreckliche Zeit dauerte bis Mitte der 1950er-Jahre, damals begann sich die Erziehungsanstalt zu öffnen. Bis heute hat im Kanton Luzern nie eine politische Debatte über «Rathausen» stattgefunden.
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