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24. Mai 2012
2012-05-24T20:06:13+02:00 2012-05-24T21:03:48+02:00 SF 1 91ce7add-c40c-48a3-8e8d-dc36e32dd207

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Hans Conrad Escher von der Linth, ein gefeiertes und verehrtes Zürcher Multitalent des 19. Jahrhunderts, würde sich wohl im Grabe umdrehen: Was der Pionier als gefeierter Ingenieur geschafft hatte, die Eindämmung und Begradigung der Linth zwischen Walensee und Zürichsee, wird heute mit Baggern aufgebrochen und teilweise rückgängig gemacht. Gewinnen soll die Natur, die man einst so vehement bekämpft hatte. Seltene Pflanzen und Vogelarten, Reptilien, Amphibien und Fische kehren zurück. Und selbst Säugetiere wie Iltis und Biber werden wieder heimisch. All das ist Teil einer dramatischen Geschichte über das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur im Laufe der Zeit: Dass die Flüsse der Linthebene den Menschen vor 250 Jahren plötzlich Ungemach bereitet hatten, war selbstverschuldet. Durch massives Abholzen der Wälder in den umliegenden Bergen schwollen die Wassermassen immer wieder derart an, dass die Wasserkraft den Flusskies, das Geschiebe, anhäufte. Dieses Geschiebe behinderte den Abfluss und setzte die Ebene zwischen Walensee und Zürichsee immer wieder unter Wasser. Landverlust und die Verbreitung von Krankheiten waren die Folge. Da erschien Escher von der Linth als grosser Retter, als er die Flüsse im sogenannten Linthwerk in seine Schranken wies und das Land rundum trockenlegte und nutzbar machte. Nicht nur in der Linthebene wird heute Umgebungsland wieder der natürlichen Dynamik der Flüsse ausgesetzt, sondern auch anderswo im Land: Die Aare im Wasserschloss des Kantons Aargau oder die Thur in den Kantonen Thurgau und Zürich sind nur zwei von vielen. So will es auch das Gesetz: Der Schutz des Menschen vor Hochwassern soll mit der Natur und nicht gegen sie erreicht werden. Und es sollen wieder natürliche Flusslandschaften mit reicher Artenvielfalt entstehen. Dem Wasser Raum geben, wenn es diesen braucht, heisst die Devise, denn bei mächtigen Hochwassern vergangener Jahrzehnte hatten selbst hohe Dämme schlimme Schäden nicht verhindern können. Daraus hat man gelernt und schafft heute Flächen, welche die Flüsse bei Hochwasser überschwemmen und sich ohne Schäden verlaufen sollen. Als willkommene Begleiterscheinung gibt das der Natur Gelegenheit, sich in unerwarteter Vielfalt zu entwickeln. «NETZ NATUR» beobachtet diesen Prozess mit der Kamera und lädt zu eindrücklichen Naturspektakeln am Flussufer ein: Zum ungleichen Nachtgesang von Nachtigall und Laubröschen, zum Morgenkonzert der Singvögel oder zum Laichreigen der Fische. Besuche auf den Baustellen der Biber, die auch zu Konflikten führen, oder an der Nesthöhle der Eisvögel werden zum Erlebnis. Selbst in jedem unscheinbaren runden Kieselstein auf der Schotterbank steckt ein Geheimnis. So wird deutlich, wie viel Natur in den Auenwäldern gleich vor der Haustür wieder aufblüht.
 
25. Mai 2012
2012-05-25T01:49:40+02:00 2012-05-25T02:39:48+02:00 SF 1 ff436f9b-c9c0-44a5-9a0b-b245cd3c77ad

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Hans Conrad Escher von der Linth, ein gefeiertes und verehrtes Zürcher Multitalent des 19. Jahrhunderts, würde sich wohl im Grabe umdrehen: Was der Pionier als gefeierter Ingenieur geschafft hatte, die Eindämmung und Begradigung der Linth zwischen Walensee und Zürichsee, wird heute mit Baggern aufgebrochen und teilweise rückgängig gemacht. Gewinnen soll die Natur, die man einst so vehement bekämpft hatte. Seltene Pflanzen und Vogelarten, Reptilien, Amphibien und Fische kehren zurück. Und selbst Säugetiere wie Iltis und Biber werden wieder heimisch. All das ist Teil einer dramatischen Geschichte über das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur im Laufe der Zeit: Dass die Flüsse der Linthebene den Menschen vor 250 Jahren plötzlich Ungemach bereitet hatten, war selbstverschuldet. Durch massives Abholzen der Wälder in den umliegenden Bergen schwollen die Wassermassen immer wieder derart an, dass die Wasserkraft den Flusskies, das Geschiebe, anhäufte. Dieses Geschiebe behinderte den Abfluss und setzte die Ebene zwischen Walensee und Zürichsee immer wieder unter Wasser. Landverlust und die Verbreitung von Krankheiten waren die Folge. Da erschien Escher von der Linth als grosser Retter, als er die Flüsse im sogenannten Linthwerk in seine Schranken wies und das Land rundum trockenlegte und nutzbar machte. Nicht nur in der Linthebene wird heute Umgebungsland wieder der natürlichen Dynamik der Flüsse ausgesetzt, sondern auch anderswo im Land: Die Aare im Wasserschloss des Kantons Aargau oder die Thur in den Kantonen Thurgau und Zürich sind nur zwei von vielen. So will es auch das Gesetz: Der Schutz des Menschen vor Hochwassern soll mit der Natur und nicht gegen sie erreicht werden. Und es sollen wieder natürliche Flusslandschaften mit reicher Artenvielfalt entstehen. Dem Wasser Raum geben, wenn es diesen braucht, heisst die Devise, denn bei mächtigen Hochwassern vergangener Jahrzehnte hatten selbst hohe Dämme schlimme Schäden nicht verhindern können. Daraus hat man gelernt und schafft heute Flächen, welche die Flüsse bei Hochwasser überschwemmen und sich ohne Schäden verlaufen sollen. Als willkommene Begleiterscheinung gibt das der Natur Gelegenheit, sich in unerwarteter Vielfalt zu entwickeln. «NETZ NATUR» beobachtet diesen Prozess mit der Kamera und lädt zu eindrücklichen Naturspektakeln am Flussufer ein: Zum ungleichen Nachtgesang von Nachtigall und Laubröschen, zum Morgenkonzert der Singvögel oder zum Laichreigen der Fische. Besuche auf den Baustellen der Biber, die auch zu Konflikten führen, oder an der Nesthöhle der Eisvögel werden zum Erlebnis. Selbst in jedem unscheinbaren runden Kieselstein auf der Schotterbank steckt ein Geheimnis. So wird deutlich, wie viel Natur in den Auenwäldern gleich vor der Haustür wieder aufblüht.
 
6 Treffer
25. Mai 2012
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NETZ NATUR
Hans Conrad Escher von der Linth, ein gefeiertes und verehrtes Zürcher Multitalent des 19. Jahrhunderts, würde sich wohl im Grabe umdrehen: Was der Pionier als gefeierter Ingenieur geschafft hatte, die Eindämmung und Begradigung der Linth zwischen Walensee und Zürichsee, wird heute mit Baggern aufgebrochen und teilweise rückgängig gemacht. Gewinnen soll die Natur, die man einst so vehement bekämpft hatte. Seltene Pflanzen und Vogelarten, Reptilien, Amphibien und Fische kehren zurück. Und selbst Säugetiere wie Iltis und Biber werden wieder heimisch. All das ist Teil einer dramatischen Geschichte über das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur im Laufe der Zeit: Dass die Flüsse der Linthebene den Menschen vor 250 Jahren plötzlich Ungemach bereitet hatten, war selbstverschuldet. Durch massives Abholzen der Wälder in den umliegenden Bergen schwollen die Wassermassen immer wieder derart an, dass die Wasserkraft den Flusskies, das Geschiebe, anhäufte. Dieses Geschiebe behinderte den Abfluss und setzte die Ebene zwischen Walensee und Zürichsee immer wieder unter Wasser. Landverlust und die Verbreitung von Krankheiten waren die Folge. Da erschien Escher von der Linth als grosser Retter, als er die Flüsse im sogenannten Linthwerk in seine Schranken wies und das Land rundum trockenlegte und nutzbar machte. Nicht nur in der Linthebene wird heute Umgebungsland wieder der natürlichen Dynamik der Flüsse ausgesetzt, sondern auch anderswo im Land: Die Aare im Wasserschloss des Kantons Aargau oder die Thur in den Kantonen Thurgau und Zürich sind nur zwei von vielen. So will es auch das Gesetz: Der Schutz des Menschen vor Hochwassern soll mit der Natur und nicht gegen sie erreicht werden. Und es sollen wieder natürliche Flusslandschaften mit reicher Artenvielfalt entstehen. Dem Wasser Raum geben, wenn es diesen braucht, heisst die Devise, denn bei mächtigen Hochwassern vergangener Jahrzehnte hatten selbst hohe Dämme schlimme Schäden nicht verhindern können. Daraus hat man gelernt und schafft heute Flächen, welche die Flüsse bei Hochwasser überschwemmen und sich ohne Schäden verlaufen sollen. Als willkommene Begleiterscheinung gibt das der Natur Gelegenheit, sich in unerwarteter Vielfalt zu entwickeln. «NETZ NATUR» beobachtet diesen Prozess mit der Kamera und lädt zu eindrücklichen Naturspektakeln am Flussufer ein: Zum ungleichen Nachtgesang von Nachtigall und Laubröschen, zum Morgenkonzert der Singvögel oder zum Laichreigen der Fische. Besuche auf den Baustellen der Biber, die auch zu Konflikten führen, oder an der Nesthöhle der Eisvögel werden zum Erlebnis. Selbst in jedem unscheinbaren runden Kieselstein auf der Schotterbank steckt ein Geheimnis. So wird deutlich, wie viel Natur in den Auenwäldern gleich vor der Haustür wieder aufblüht.
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HD Für Hörgeschädigte · Bagger brechen die Dämme von Flüssen, welche die Vorfahren vor 200 Jahren mit grösster Mühe gebändigt hatten....mehr

21. Juni 2012
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22. Juni 2012
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