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22. März 2010
2010-03-22T23:17:20+01:00 2010-03-23T01:10:21+01:00 SF zwei 2946353a-4e99-445d-83d3-cf4c4910218a

23:15

bis

01:10

Manchester Anfang der 1970er-Jahre. Als 15-Jähriger übt Ian Curtis (Sam Riley) zu Hause vor dem Spiegel die Posen seines Idols David Bowie und träumt von einer Musikerkarriere. Mit 18 Jahren ist er mit der gleichaltrigen Debbie (Samantha Morton) verheiratet und arbeitet als Jobvermittler im Arbeitsamt. Die Chance, seinen Traum zu verwirklichen, kommt für ihn erst ein Jahr nach seiner Hochzeit. Im Juli 1976 besucht das Ehepaar Curtis ein Konzert der «Sex Pistols». Hier macht Ian die Bekanntschaft von Peter Hook (Joe Anderson) und Bernard Sumner (James Anthony Pearson), die einen Sänger für ihre Band suchen. Ian ergreift die Gelegenheit. Bei den ersten öffentlichen Auftritten erweist sich Ian als zurückhaltender, aber charismatischer Frontmann, der das Publikum in seinen Bann schlägt. In der Person des DJs Rob Gretton (Toby Kebell) findet die Band Joy Division einen umtriebigen Manager. Dieser verschafft der Gruppe den ersten Fernsehauftritt und einen Plattenvertrag. Joy Division sind auf Erfolgskurs, als Ian im Anschluss an ein Konzert einen ersten epileptischen Anfall erleidet. Von diesem Moment an wird sein Leben zur Gratwanderung. Die Angst vor der Krankheit, die Medikamente und ihre Nebenwirkungen belasten ihn enorm. Dazu kommen immer häufiger Probleme mit Debbie, die nach der Geburt der kleinen Natalie ans Haus gebunden ist. Wenn er nicht mit der Band unterwegs ist, zieht Ian sich zu Hause immer mehr in sich selbst zurück. Er kommt mit seiner Rolle als Vater nicht zurecht, leidet unter depressiven Verstimmungen. Debbie fällt es immer schwerer, zu ihm durchzudringen. Die Situation eskaliert, als Ian sich auf einer Tournee in die belgische Journalistin Annick (Alexandra Maria Lara) verliebt und mit ihr eine Affäre beginnt. Obwohl der holländische Fotograf Anton Corbijn (von ihm stammt das berühmte U-Bahn-Foto von Joy Division viele berühmte Musikvideos gedreht hat, ist «Control» kein Musikfilm im herkömmlichen Sinn. Vielmehr erzählt er, ausgehend von Deborah Curtis' Buch «Touching From a Distance», die bewegende Geschichte eines jungen Menschen, der an seinen inneren Widersprüchen, seiner Begabung und einer tragischen Krankheit zerbricht. In Sam Riley hat der Regisseur einen unverbrauchten, charismatischen Hauptdarsteller gefunden, der nicht nur eine physische Ähnlichkeit mit Curtis besitzt, sondern auch als Sänger überzeugt. Schliesslich stand der aus Leeds stammende Schauspieler, der bis anhin nur in kleinen Fernsehrollen aufgetreten war, selbst oft als Frontmann seiner Band 10.000 Things auf der Bühne. Entdeckt hat ihn Corbijn denn auch auf Videos der Band. Mit bereits zwei Oscarnominationen (für «Sweet and Lowdown» und «In America») gehört die Engländerin Samantha Morton («Minority Report», «The Messenger») heute international zu den gefragtesten Charakterdarstellerinnen. Die in Bukarest geborene und in Deutschland aufgewachsene Alexandra Maria Lara kennt man vor allem aus deutschen Filmen («Der Untergang», «Der Baader Meinhof Komplex») und dem deutschen Fernsehen («Der Wunschbaum», «Napoléon»). Für sie und Sam Riley hatte der traurige Film ein ganz persönliches Happy End. Seit den Dreharbeiten zu «Control» liiert, hat das Paar im August 2009 geheiratet.
 
24. März 2010
2010-03-24T00:19:17+01:00 2010-03-24T02:11:17+01:00 SF zwei d0b2437f-41dc-43be-a113-27f8fde9c661

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Manchester Anfang der 1970er-Jahre. Als 15-Jähriger übt Ian Curtis (Sam Riley) zu Hause vor dem Spiegel die Posen seines Idols David Bowie und träumt von einer Musikerkarriere. Mit 18 Jahren ist er mit der gleichaltrigen Debbie (Samantha Morton) verheiratet und arbeitet als Jobvermittler im Arbeitsamt. Die Chance, seinen Traum zu verwirklichen, kommt für ihn erst ein Jahr nach seiner Hochzeit. Im Juli 1976 besucht das Ehepaar Curtis ein Konzert der «Sex Pistols». Hier macht Ian die Bekanntschaft von Peter Hook (Joe Anderson) und Bernard Sumner (James Anthony Pearson), die einen Sänger für ihre Band suchen. Ian ergreift die Gelegenheit. Bei den ersten öffentlichen Auftritten erweist sich Ian als zurückhaltender, aber charismatischer Frontmann, der das Publikum in seinen Bann schlägt. In der Person des DJs Rob Gretton (Toby Kebell) findet die Band Joy Division einen umtriebigen Manager. Dieser verschafft der Gruppe den ersten Fernsehauftritt und einen Plattenvertrag. Joy Division sind auf Erfolgskurs, als Ian im Anschluss an ein Konzert einen ersten epileptischen Anfall erleidet. Von diesem Moment an wird sein Leben zur Gratwanderung. Die Angst vor der Krankheit, die Medikamente und ihre Nebenwirkungen belasten ihn enorm. Dazu kommen immer häufiger Probleme mit Debbie, die nach der Geburt der kleinen Natalie ans Haus gebunden ist. Wenn er nicht mit der Band unterwegs ist, zieht Ian sich zu Hause immer mehr in sich selbst zurück. Er kommt mit seiner Rolle als Vater nicht zurecht, leidet unter depressiven Verstimmungen. Debbie fällt es immer schwerer, zu ihm durchzudringen. Die Situation eskaliert, als Ian sich auf einer Tournee in die belgische Journalistin Annick (Alexandra Maria Lara) verliebt und mit ihr eine Affäre beginnt. Obwohl der holländische Fotograf Anton Corbijn (von ihm stammt das berühmte U-Bahn-Foto von Joy Division viele berühmte Musikvideos gedreht hat, ist «Control» kein Musikfilm im herkömmlichen Sinn. Vielmehr erzählt er, ausgehend von Deborah Curtis' Buch «Touching From a Distance», die bewegende Geschichte eines jungen Menschen, der an seinen inneren Widersprüchen, seiner Begabung und einer tragischen Krankheit zerbricht. In Sam Riley hat der Regisseur einen unverbrauchten, charismatischen Hauptdarsteller gefunden, der nicht nur eine physische Ähnlichkeit mit Curtis besitzt, sondern auch als Sänger überzeugt. Schliesslich stand der aus Leeds stammende Schauspieler, der bis anhin nur in kleinen Fernsehrollen aufgetreten war, selbst oft als Frontmann seiner Band 10.000 Things auf der Bühne. Entdeckt hat ihn Corbijn denn auch auf Videos der Band. Mit bereits zwei Oscarnominationen (für «Sweet and Lowdown» und «In America») gehört die Engländerin Samantha Morton («Minority Report», «The Messenger») heute international zu den gefragtesten Charakterdarstellerinnen. Die in Bukarest geborene und in Deutschland aufgewachsene Alexandra Maria Lara kennt man vor allem aus deutschen Filmen («Der Untergang», «Der Baader Meinhof Komplex») und dem deutschen Fernsehen («Der Wunschbaum», «Napoléon»). Für sie und Sam Riley hatte der traurige Film ein ganz persönliches Happy End. Seit den Dreharbeiten zu «Control» liiert, hat das Paar im August 2009 geheiratet.
 
9 Treffer
31. März 2010
2010-03-31T13:46:04+02:00 2010-03-31T15:48:00+02:00

13:45

bis

15:48

Gilberte de Courgenay
Im Mittelpunkt der einfachen, geradlinigen Geschichte von «Gilberte de Courgenay» stehen eine Kompanie Soldaten, ein Juradorf und eine unvergessliche Wirtstochter. Die Kompanie aus der Deutschschweiz rückt während des Ersten Weltkriegs im welschen Städtchen Courgenay ein. Soldaten und Offiziere verfallen sehr bald dem Charme der hübschen und hilfsbereiten Gilberte (Anne-Marie Blanc). Trotzdem sind viele enttäuscht und empört über die Nachricht, dass die Dienstzeit verlängert werden muss und die Soldaten auch die Weihnachtszeit in Courgenay zu verbringen haben. Traurig ist vor allem der Kanonier Peter Hasler (Erwin Kohlund). Er hat sich in Tilly (Ditta Oesch), die Tochter seines Göttis (Heinrich Gretler), verliebt, schreibt ihr jede Woche Briefe und erhält nie eine Antwort. Peter weiss nicht, dass seine Briefe von Tillys Vater, der diese unstandesgemässe Beziehung ablehnt, unterschlagen werden. Gilberte versucht, Peter zu trösten, ihn aufzuheitern. Dabei entspinnt sich zwischen den beiden eine zarte Liebesgeschichte. Als Tilly von den Machenschaften ihres Vaters erfährt, reisst sie daheim aus und fährt nach Courgenay. Verzweifelt entdeckt sie dort die Beziehung zwischen Gilberte und Peter. Aber die grossmütige Gilberte verzichtet auf ihre Liebe und bringt die beiden wieder zusammen. «Gilberte de Courgenay» ist 1941 nach dem gleichnamigen Roman und Bühnenstück von Rudolf Bodo Mäglin entstanden. Richard Schweizer und Kurt Guggenheim schrieben das Drehbuch. Ein populäres Lied, das die hoch verehrte kleine Gilberte besang, wurde zum attraktiven Leitmotiv. Eine ganze Garde von bekannten Schauspielern, Kabarettisten und Charakterköpfen sicherte den Erfolg, darunter Heinrich Gretler, Erwin Kohlund, Zarlie Carigiet, Schaggi Streuli, Rudolf Bernhard, Max Knapp und Peter W. Staub. Zum Garanten für die Unvergänglichkeit des Werks aber wurde Anne-Marie Blanc, von der damals eine Zeitung schrieb: «Eine anmutige, graziöse und sehr dezente Welschschweizerin, die zugleich ein glaubwürdiges, leicht gebrochenes Deutsch spricht». Franz Schnyder (1910 bis 1993), Regisseur von «Gilberte de Courgenay» und später vor allem berühmt für seine Gotthelf-Filme, wäre am 5. März 100 Jahre alt geworden. Das Schweizer Fernsehen erinnert mit einer Filmreihe und einer eigenen Website - www.franzschnyder.sf.tv - an einen der grössten und den wohl erfolgreichsten Filmemacher der Schweiz.
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Für Hörgeschädigte Schwarz/Weiss · Im Mittelpunkt der einfachen, geradlinigen Geschichte von «Gilberte de Courgenay» stehen eine Kompanie Soldaten, ein...mehr

02. April 2010
2010-04-02T19:59:38+02:00 2010-04-02T22:01:28+02:00

20:00

bis

22:01

Uli der Knecht
Einem Knecht, der den Kopf voll Wein und Schnaps hat, will der Bodenbauer (Heinrich Gretler) sein Vieh nicht anvertrauen. Das erfährt Uli (Hannes Schmidhauser) bei einem nächtlichen Gespräch auf der Bank vor dem Haus. Der Knecht, der als Waisenkind aufgewachsen ist, geht in sich. Auf dem Markt treffen sich wenig später der Bodenbauer und der eigenwillige Joggeli von der Glungge (Emil Hegetschweiler). Joggeli sucht einen Meisterknecht und bekommt guten Rat. Uli tritt zu Neujahr auf dem Glunggenhof an. Hier erwartet ihn allerdings wenig Freundlichkeit. Der Knecht (Max Haufler) will Ulis Pferd nicht in den Stall führen. In der Stube streitet sich Joggeli mit seinem Sohn Johannes (Erwin Kohlund) und dessen Frau Trinette (Stephanie Glaser). Nur die Glunggenbäuerin (Hedda Koppé) heisst Uli herzlich willkommen, und das uneheliche Vreneli (Liselotte Pulver), das hier im Dienst steht, zeigt ihm, wo er schlafen kann. Obwohl der Meister ihm kaum hilft, weiss Uli sich gegen zwei faule, bösartige Knechte durchzusetzen. Als sie absichtlich ein geladenes Fuder in den Graben fahren lassen, überspannen sie den Bogen und werden von Joggeli entlassen. Nicht nur der Glunggenbauer, sondern auch seine Tochter Elisi (Marianne Matti) merken allmählich, was in Uli steckt. Ungeniert sucht ihn Elisi für sich zu gewinnen. Doch Uli entdeckt, wie gut die Magd Vreneli zu ihm passen würde. Der in Burgdorf BE geborene Franz Schnyder (1910 bis 1993) kannte das Emmental wie seine Hosentasche. Und Jeremias Gotthelf, der Erzähler und Prediger aus Lützelflüh, war ihm geistesverwandt. So lag es nahe, dass die Gloriafilm sich an ihn wandte, als im Vorfeld von Gotthelfs 100. Todestag daran gedacht wurde, die erfolgreiche Radioserie «Uli der Knecht» auf die Leinwand zu bringen. Zusammen mit dem erfahrenen Autor Richard Schweizer und dem jungen Werner Düggelin schrieb Schnyder ein Drehbuch, das sich eng an die Vorlage hielt. Gotthelfs Denkweise blieb erhalten, die Dialoge wurden zum grossen Teil der Romanvorlage entnommen. Weil das knappe Budget teure Studiobauten nicht zuliess, wurde vor allem auf zwei alten Bauernhöfen in Wynigen und Eggiwil im Emmental gedreht. Emil Berna sorgte für kernige Bilder mit poetischem Touch. Und die populäre Besetzung (Hegetschweiler, Gretler, Rasser, Kohlund und so weiter) wurde aufgefrischt mit zwei jungen Hauptdarstellern: der Bernerin Liselotte Pulver, im deutschen Film bereits bekannt und gefragt, verkörperte das Vreneli, der aus Locarno gebürtige Hannes Schmidhauser war Uli. Für beide wurde «Uli der Knecht» zum Meilenstein ihrer Karriere.
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03. April 2010
2010-04-03T05:05:24+02:00 2010-04-03T05:26:36+02:00

05:05

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05:26

Der Souverän - Lebendige Demokratie
Produzent Lazar Wechsler, Inhaber der Züricher Praesens-Film, wollte nach dem Zweiten Weltkrieg eine sechsteilige Dokumentarfilm-Reihe zum Thema «Lebendige Demokratie» herstellen. Franz Schnyder sollte die ersten drei Episoden drehen, Kurt Früh die restlichen. Doch dann geriet das Projekt ins Stocken. Schliesslich wurden die ersten zwei Teile - «Der Souverän» und «Bauern und Bürger» - zum 22-minütigen Dokumentarfilm «Der Souverän» zusammengefügt und am 17. Oktober 1947 als Vorfilm im Kino Urban in Zürich gezeigt. Der dritte Teil, «Freie Täler», kam erst 1949 in die Kinos. Kurt Früh konnte 1949 nur noch einen von drei geplanten Teilen drehen. Seine Episode «Demokratie in Gefahr» (11 Minuten) wurde am 20. Juni 1950 uraufgeführt. Franz Schnyder, der 1941 mit seinem Regiedebüt «Gilberte de Courgenay» einen Kassenschlager landete und für die Praesens-Film in kurzer Zeit zwei weitere Filme drehte («Das Gespensterhaus», 1942 und «Wilder Urlaub», 1943), realisierte nach dem Misserfolg von «Wilder Urlaub» während zehn Jahren keinen Spielfilm mehr. Im Kurzfilm «Der Souverän» findet man allerdings schon viele Hinweise auf seine späteren Gotthelf-Verfilmungen, mit denen er zum erfolgreichsten Schweizer Filmregisseur wurde.
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Schwarz/Weiss · Produzent Lazar Wechsler, Inhaber der Züricher Praesens-Film, wollte nach dem Zweiten Weltkrieg eine sechsteilige...mehr

04. April 2010
2010-04-04T20:05:16+02:00 2010-04-04T22:05:10+02:00

20:05

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22:05

Uli der Pächter
Uli (Hannes Schmidhauser) ist inzwischen mit Vreneli (Liselotte Pulver) verheiratet und Vater eines Töchterchens. Als Pächter lebt er mit seiner Familie auf dem Glunggenhof, dessen Besitzer Joggeli (Emil Hegetschweiler) mit seiner Frau (Hedda Koppé) im Stöckli eingezogen ist. Der 100-jährige Kalender prophezeit ein schlechtes Jahr. Tatsächlich fällt die Ernte so dürftig aus, dass Uli am liebsten auf die Sichlete verzichten würde. Doch Vreneli stimmt ihn um. Pünktlich zum Zinstag finden sich auf der «Glungge» Joggelis Sohn Johannes (Erwin Kohlund) und der Tochtermann (Alfred Rasser) aus Basel ein, um ihren Anteil von der Pacht einzusacken. Im Wirtshaus vernimmt Uli, dass er einen Sohn bekommen hat. Auf Drängen der alten Glunggenbäuerin wird der reiche, aber ungeliebte Hagel-Hannes (Leopold Biberti) Pate des Stammhalters. Vom Taufessen läuft Uli vorzeitig weg, um einen Handel zu tätigen: Einem arglosen armen Mann verkauft er eine kranke Kuh. Bald darauf stirbt die Glunggenbäuerin. Vreneli beschwört Uli, vom bösen Kuhhandel zurückzutreten. Uli aber geht nicht darauf ein, weil er findet, dass Männer nicht schwach sein dürfen. Doch auf die schlechte Tat folgen schlechte Zeiten. Fast sieht es aus, als hätte Uli seinen Traum vom eigenständigen Bauern ausgeträumt. Franz Schnyder drehte «Uli der Pächter» 1955 im Emmental, zu grossen Teilen auf einem Bauernhof in Brechershäusern. Um seinem weitgehend ländlichen Publikum gerecht zu werden, filmte er nach eigenen Worten «gewissermassen mit den Augen eines Menschen, der selten ins Kino geht». Dank dem durchschlagenden Erfolg von «Uli der Knecht» war diesmal auch das Produktionsbudget höher. Das erlaubte eine bessere Pflege der Details, so etwa eine recht aufwendige Beerdigung der Glunggenbäuerin mit vielen Statisten oder eine technisch anspruchsvolle Unwetterszene. Zum grossen Aufgebot beliebter Schweizer Schauspieler, das schon «Uli der Knecht» attraktiv machte, kommen hier noch der markante Charakterdarsteller Hans Gaugler als betrogener kleiner Mann und der volkstümliche Boulevardstar Fredy Scheim als Müller hinzu. Hannes Schmidhauser (1926 bis 2000) stand als Hauptdarsteller auf der Höhe seiner Popularität. Liselotte Pulver verkörperte auch in «Uli der Pächter» die Frau des jungen Bauern. In ihrer Biografie «... wenn man trotzdem lacht» hält sie dazu lakonisch fest: «Vreneli, das zur tüchtigen, lebensfrohen Bauersfrau herangewachsen ist, aber pausenlos um ihren leichtsinnigen Uli bangen muss und ihn um ein Haar verliert, war eine meiner schwersten Rollen überhaupt.»
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11. April 2010
2010-04-11T00:50:00+02:00 2010-04-11T02:15:00+02:00

00:50

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02:15

Samstagnacht bis Sonntagmorgen
Als Fabrikarbeiter in einer Industriestadt der britischen Midlands hat der junge Arthur Seaton (Albert Finney) kein leichtes Leben. Dennoch weigert er sich, wie seine Kollegen vor den Vorgesetzten zu kuschen, um dereinst selber aufzusteigen. Sein einziger Ehrgeiz ist es, das hart verdiente Geld am Wochenende für Spass auszugeben, beim Saufen in der Kneipe - und bei den Frauen. Von Romantik allerdings hält Arthur wenig. Lieber steigt er samstagnachts ins Bett von Brenda (Rachel Roberts), die mit seinem Kollegen Jack (Bryan Pringle) verheiratet ist. Ihr Verhältnis trägt allerdings unwillkommene Früchte: Brenda wird von Arthur schwanger. Aber da ist ja noch Doreen (Shirley Ann Field), die sich von Arthur gerne umwerben lässt. Doch Doreen strebt nach Verlobung und Heirat und träumt von einem bürgerlichen Einfamilienhäuschen. Jack kriegt spitz, was Arthur mit Brenda getrieben hat, und holt seinen schlagkräftigen Bruder zu Hilfe. Damit ist die berauschende «Samstagnacht» von Arthurs Leben zu Ende, und ein ernüchternder «Sonntagmorgen» beginnt. Während in Frankreich die «Nouvelle vague» das «Cinéma à papa» ablöste, arbeiteten in England Regisseure wie Tony Richardson, Lindsay Anderson und Karel Reisz ihrerseits an der Erneuerung des einheimischen Filmschaffens. Den biederen Ealing-Comedies und verstaubten Kammerspielen des britischen Nachkriegs-Kinos hielten die Jungtürken das kompromisslos realistische «Free Cinema» entgegen: Dokumentarisch anmutende Stilmittel und die inhaltliche Konzentration auf das Schicksal der unteren Gesellschaftsschichten kennzeichneten den rebellischen neuen britischen Film der 1960er-Jahre. «Saturday Night and Sunday Morning» beruhte auf dem erfolgreichen Roman von Alan Sillitoe und brachte sowohl dem Dokumentarfilmer und Spielfilmdebütanten Karel Reisz als auch seinem Hauptdarsteller Albert Finney den Durchbruch. Der gebürtige Tscheche Reisz inszenierte daraufhin renommierte Filme wie «Morgan: A Suitable Case for Treatment», «Isadora», «The French Lieutenant's Woman» und «Sweet Dreams». Finney gewann für seine Darstellung des zornigen Arthur Seaton den Bafta Award und wurde für seine Rollen in «Tom Jones» und «Murder on the Orient Express» für den Oscar nominiert. Zuletzt war er in Sidney Lumets Alterswerk «Before the Devil Knows You're Dead» an der Seite von Philip Seymour Hoffman zu sehen.
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Schwarz/Weiss · Als Fabrikarbeiter in einer Industriestadt der britischen Midlands hat der junge Arthur Seaton (Albert Finney) kein...mehr

17. April 2010
2010-04-17T23:40:00+02:00 2010-04-18T01:15:00+02:00

23:40

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01:15

Königin Christine
Christine (Cora Sue Collins), einzige Tochter von Schwedenkönig Gustav II. Adolf aus dem Hause Wasa, wird von ihrem Vater wie ein Knabe erzogen. Als er 1632 in der Schlacht von Lützen fällt, erbt die Sechsjährige die Krone. Als 18-Jährige übernimmt Christine (Greta Garbo) die Regierungsgeschäfte. Nach langen Kriegsjahren will sie ihrem Volk endlich den Frieden sichern. Zum Wohl des Volkes sollte sie aber auch an einen Erben denken, meint Kanzler Oxenstierna (Lewis Stone). Er möchte sie deshalb mit ihrem Cousin Carl Gustav (Reginald Owen) vermählen. Christine will jedoch ihre Freiheit nicht aufgeben. Sie liebt es, allein - nur in Begleitung eines alten Vertrauten - in Männerkleidern über Land zu reiten. Bei einer solchen Gelegenheit trifft sie im Schneesturm auf die Kutsche des spanischen Botschafters Antonio della Prada (John Gilbert). Er ist nach Schweden gekommen, um im Namen seines Königs um Christines Hand anzuhalten. Antonio, der die knabenhafte Frau zuerst für einen jungen Edelmann hält, verliebt sich in sie. Erst am Hof erkennt er mit Entsetzen, wer die Frau wirklich ist, mit der er in der Herberge eine unvergessliche Nacht verbracht hat. Christine, die in Antonio ihre grosse Liebe gefunden hat, lehnt die Werbung des spanischen Königs ab. Gegen den Willen des Volkes entsagt sie der Krone, um ihrem Herzen folgen zu können. «Königin Christine» zählt zu den eindrucksvollsten Filmen mit Greta Garbo und ist derjenige, den sie selbst am liebsten mochte. Sparsam im Dialog und kammerspielartig inszeniert lebt der elegante Schwarz-Weiss-Film ganz von der Ausdruckskraft Greta Garbos. Obgleich die Nähe der Stummfilmzeit spürbar bleibt, verleiht sie dem Werk subtile schauspielerische Nuancen. Szenen wie ihr zärtlicher Abschied von dem Raum, in dem die Schwedenkönigin einem spanischen Gesandten nahekommt, sind ein Stück Filmgeschichte geworden. Ihre geheimnisvolle und androgyne Ausstrahlung, die durch die Männerkleider noch unterstrichen wurde, kommt hier am besten zum Tragen. Als Kostümfilm zwischen Dichtung und Wahrheit hat sich Rouben Mamoulians Werk einen eigenen, nostalgischen Glanz bewahrt. Die Gestalt der Königin von Schweden, ihre Regierungszeit von 1644 bis 1654 und ihr Thronverzicht zugunsten ihres Vetters Karl Gustav beruhen auf historischen Tatsachen, der Grund für die Abdankung ist erfunden. Dieser dichterischen Freiheit der Drehbuchautoren verdankt das Kino eine seiner traurigsten und schönsten Liebesgeschichten. Am Mittwoch, den 21. April 2010, um 13.45 Uhr steht mit «Grand Hotel» ein weiterer Garbo-Film auf dem Programm.
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Zweikanalton Schwarz/Weiss · Christine (Cora Sue Collins), einzige Tochter von Schwedenkönig Gustav II. Adolf aus dem Hause Wasa, wird von ihrem Vater...mehr

21. April 2010
2010-04-21T13:45:00+02:00 2010-04-21T15:35:00+02:00

13:45

bis

15:35

Menschen im Hotel
In einem eleganten Berliner Hotel ist Madame Grusinskaya (Greta Garbo) zu Gast. Der Ruhm der einst gefeierten Primaballerina ist verblasst, die Einsamkeit hat sie eingeholt. Da dringt Baron von Gaigern (John Barrymore), der dauernd in Geldnöten steckt, in ihr Zimmer ein. Er will die Perlen der Diva stehlen, hat sich aber dazu einen sehr ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht: Die Künstlerin will sich gerade das Leben nehmen. Mit der Würde eines Mannes, der auch in Schlafzimmern von Damen sicher seinen Weg findet, hält der Baron Madame Grusinskaya von ihrem Vorhaben ab, indem er sich als Verehrer ausgibt. Die schöne Lüge entzückt die Primadonna. Sie verliebt sich in den stattlichen Mann. Ihre Depressionen sind wie weggewischt. Sie will wieder arbeiten. Und mit ganz anderen Augen sieht sie plötzlich auch die Umwelt in ihrem Luxushotel. Dazu gehören der schwerkranke Angestellte Kringelein (Lionel Barrymore), der einmal ein richtiger Herr sein möchte, sein ehemaliger Arbeitgeber, der ehrgeizige Generaldirektor Preysing (Wallace Beery), und die junge Hotelstenotypistin (Joan Crawford), Flämmchen genannt. In der Folge will Baron von Gaigern den unsympathischen Preysing bestehlen und wird von diesem ohne Skrupel erschlagen. Flämmchen beobachtet alles. Die Polizei verhaftet Preysing, der tote Baron wird abtransportiert. Madame Grusinskaya ahnt nichts von alledem. «Menschen im Hotel» ist 1932 nach dem berühmten Roman und dem gleichnamigen Bühnenstück von Vicky Baum entstanden. Der Film vereinigt viele jener Attribute auf sich, denen heute unzählige Fernsehserien nacheifern: den Nimbus der Nobelwelt, die Vielfalt der Schicksale, das grosse Melodram. Stars der ersten Garde sind Partner der legendären Garbo. Regie führt der Engländer Edmund Goulding, der in Hollywood den Ruhm des grossen Routiniers erlangte. Er stellt den Glanz der Garbo ganz in den Mittelpunkt. Man glaubt ihrer Grusinskaya, dass sie sich, vom Ruhm verlassen, in einen Dieb verliebt. Sie ist wunderbar kapriziös, launenhaft und überstrahlt alles mit ihrer Schönheit.
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